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Fine-Art - Barytabzug vom Schwarz-Weiss-Negativ

Auch: Silbergelatine- oder Gelatinesilberabzug

Fine-Art-Handvergrößerung von Schwarz-Weiß-Negativen mit individueller Ausarbeitung auf hochwertiges, edles Fotopapier mit starkem Trägerkarton und hohem Silbergehalt.

Helligkeit und Kontrast werden durch mehrere Probestreifen-Entwicklungsdurchgänge ermittelt und optimal eingestellt. Abwedeln und Nachbelichten (Aufhellen und Abdunkeln bestimmter Bildpartien) zur Bildverbesserung und individuelle Ausschnitte sind möglich. Es stehen alle Papierhärtegrade von extraweich über normal bis extrahart stufenlos zur Verfügung.

Das Entzerren von stürzenden Linien ist in gewissem Rahmen gegen Aufpreis möglich.

Probestreifen können bei fester Terminvereinbarung angefertigt und begutachtet werden.

Produktion des Fotografen Peyman Azhari für die Ausstellung BONBON IN DER FABRIK in Düsseldorf

alle Bilder von P. Azhari

 

Handwerk in der Dunkelkammer. Für Peyman Azharis Ausstellung "Bonbon in der Fabrik" reiste Dieter Zettner durch die Zeit. Durch eine Schleuse gelangt er in seine Dunkelkammer im Kontrast Fotofachlabor. "Willkommen in der analogen Zeit", sagt Zettner. Hier entwickelt er Azharis New-York-Fotos: Unikate auf Barytpapier. Text: Aya Ochmann Dieter Zettner achtet das Papier. "Ich muss es machen lassen, was es will", sagt er. Er zieht einen 125 Zentimeter langen Barytabzug aus dem Wasserbad. Seine Hände sind geschickt. Zettners Erfahrung macht sie ruhig. Doch bei einem so großen Foto auf dem empfindlichen Papier muss er sich stark konzentrieren. "Ich muss das Papier behandeln wie rohe Eier", sagt er. Und dann: "Nein!" Er müsse noch vorsichtiger sein. Dieter Zettner spricht aus einem Vierteljahrhundert Erfahrung, in dem er die Eigenheiten des Barytpapiers verinnerlicht hat. Seine Augen sind geschärft, mit dem wenigen Licht in der Dunkelkammer perfekt zu sehen. Seine Haut ist gewöhnt, die meiste Zeit des Tages in das rote Licht gehüllt zu sein. In seiner Nase kribbelt der Essig aus den Entwickler-Wannen nicht. Die Luft trägt den sauren Geruch durch den gesamten Raum. Seine Hände sind gewandt, das empfindliche Papier aus dem Papier-Safe herauszuziehen, abzuschneiden, an der Magnetwand zu befestigen, es davon zu lösen, zu rollen. Es durch Chemikalien zu wiegen, an der Leine zum Trocknen aufzuhängen und anschließend zu glätten. Seiner Hände Arbeit sind die makellosen Abzüge von Bildern namhafter Fotografen. Aber auch solcher Kunden, deren Namen und intime Fotos nur er kennt. Dieter Zettner arbeitet im Dunkeln, aber er sieht eine Menge. In der Dunkelkammer sind die Fotos seine Fenster. Dadurch blickt Zettner in die Welten anderer. Wie diese auf den Abzügen aussehen, liegt in seiner Hand. Zu hohe Kontraste kann er "abwedeln": Er hält seine Hand während der Belichtung in die Strahlen des Vergrößerers und verkürzt so die Belichtungszeitfür bestimmte Partien. Sind diese groß, nimmt er schwarzen Karton oder setzt seinen gesamten Körper ein. Schaltet er den Vergrößerer beim Belichten später aus, wird das Foto dunkler. Die Fotos tragen seine Handschrift. Wenn die Fotografen dafür Lob ernten, ist es auch seins. Sie vertrauen ihm. Dieter Zettner ist ein Teil dessen, was ihre Fotos wiedererkennbar macht. In Köln ist sein Fachlabor das einzige, das analoge Fachabzüge entwickelt. Er stülpt weiße Handschuhe über seine Finger und bückt sich herunter zum Safe mit der Papierrolle. Sie quietscht, während er an dem empfindlichen Papier zieht. Zettner streicht es glatt und befestigt es an den Ecken mit Magneten: klack, klack. Wie eine Lüftung röhrt die Projektion. Nach und nach zeichnet Licht den Körper der Freiheitsstatue aufs Baryt. Entwicklung. Das Barytpapier muss ins Entwicklerbad. Doch es ist zu groß, als dass Dieter Zettner es plan hineinlegen kann. Also taucht er es gerollt in die basische Entwicklerlösung. Das rote Licht hat seine Pupillen geweitet. Sie verfolgen, wie Zettners Hände den Abzug unter Wasser Stück für Stück aufrollen. So spült er die Entwicklersubstanzen in der Lösung über die gesamte Fläche des Abzugs. Die Uhr begleitet die Bewegungen seiner Hände. Tick, tack. Laut wie eine Eieruhr. Die Uhr erinnert ihn an die empfohlene Entwicklungszeit. Aber letztlich entscheidet Zettners Blick: Er betrachtet Konzentration, Dichte und Kontrast des entstandenen Bildes. Raus. Unterbrechen. Zettner hebt die Rolle aus dem Entwicklerbad. Auf dem Barytpapier ist die Freiheitsstatue zu erkennen. Doch würde Tageslicht das Bild in seinem jetzigen Zustand mit der Zeit schwarz färben. Zettner unterbricht die Entwicklung: Er taucht die Rolle in die Unterbrecher-Wanne. Das saure Bad neutralisiert den basischen Entwickler auf dem Körper der Freiheitsstatue. Um das Foto dauerhaft lichtbeständig zu machen, schwemmt Zettner im Fixierbad noch mehr Chemikalien aus dem Papier. 3,5 Minuten. Tick, tack. Jetzt wässern! Eine Stunde badet die Freiheitsstatue in Zettners größter Wanne. Er beruhigt den Fotografen: "Keine Panik, im Wasserbad wirkt das Bild heller, als es tatsächlich ist." Er ist selbst manischer Fotograf, belichtet in seiner freien Zeit die eigenen Fotos. Ob ein Abzug gut geworden ist, erkennt er sofort. Dann sagt Zettner: "Sie sehen, wie aufwendig das ist. Kunststoff lässt sich schneller verarbeiten." Er spricht von Abzügen auf PE-Papier. PE-Papier ist auf beiden Seiten mit dem Kunststoff Polyethylen kaschiert. Diese Umhüllung verhindert, dass Chemikalien und Wasser in die Papierschicht eindringen. Dadurch lässt es sich schneller verarbeiten. Jedoch halten PE-Abzüge nicht lange: Das Polyethylen überdauert etwa 30 Jahre. Dann wird es spröde. Baryt hingegen lebt und lebt: 100 Jahre und mehr. Unter allen herkömmlichen Fotomaterialien hält es am längsten. Seit seiner Erfindung, im Jahr 1866, ist Barytpapier das klassische Papier für Schwarz-Weiß-Fotos. Es besteht aus einem festen, papiernen Träger, auf den eine Schicht Silbergelatine aufgebracht ist. Der papierne Träger saugt sich bei Entwicklung und Fixage voll mit Chemikalien, die bei der Wässerung ausgespült werden müssen. Und das dauert. Für Massenkopien taugt Baryt nicht. Heute werden darauf fast nur noch hochwertige Fotos entwickelt. "Wer sich mit Fotografie auskennt, der kennt Baryt", so Zettner. "Diese Leute wissen die Qualität zu schätzen." Unter Wasser rollt Zettner die Freiheitsstatue wieder zusammen. Das Fixiernatron aus dem letzten Bad ist ausgewässert. Das Bild wird sich nicht verfärben. Behutsam holt er die Statue aus der Wanne und streicht sie an der Wand glatt. Wassertropfen gleiten über ihren Körper. Über den Schmelz des Baryts. Sie muss trocknen. Und Dieter Zettner inspiziert Zentimeter für Zentimter sein neuestes Unikat. Durch das satte Schwarz erhält die Statue auf dem Foto so viel Tiefe, dass es wirkt, als bewege sie sich. Nuancen von Hell und Dunkel auf ihrer Stola, jede Linie ihrer Silhouette sind auf dem Abzug so plastisch gezeichnet, als stehe sie lebend in Zettners Labor. Als wache sie hier über die Werte aus einer vergangenen Zeit. So wie Zettner.

 

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